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Fleisch, lebe wohl!

Veröffentlicht von Admin am 03.11.2009

Das Wort „Karneval“ bezieht man in Deutschland in erster Linie auf den rheinischen Karneval. Ebenso wie auch „Fastelovend“ oder „Fasteleer“ steht es für die Tage vor Beginn der kirchlichen Fastenzeit. In der 40-tägigen Bußzeit ist es verboten, Fleisch zu essen und auf diesen Fleischverzicht nimmt der lateinische Abschiedsruf „Carne vale“-„Fleisch, lebe wohl“ direkt Bezug.

Auch in Bonn kehrt ab dem Aschermittwoch wieder Ruhe ein. Die bunten Kostüme der vergangenen Tage, nach denen viele bönnsche Narren jedes Jahr aufs Neue wochen- und monatelang suchen und sie liebevoll bis zur Perfektion zusammenstellen, weichen grauen Wintermänteln und dicken Jacken. Nach den Ausschweifungen und der Ausgelassenheit des Karnevals soll der Mensch wieder den christlichen Vorschriften folgen und sich besinnen. Der Name Aschermittwoch kommt übrigens vom Brauch, den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zu zeichnen. Mit diesem Ritual soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Bis heute ist der Aschermittwoch in der katholischen Kirche ein strenger Fast- und Abstinenztag, an dem üblicherweise ein Fischessen stattfindet. Erst zu Ostern darf, laut der Kirche, wieder Fleisch gegessen werden. Fröhlich und ausgelassen ist der Bonner allerdings schon viel früher wieder. Das liegt einfach in seiner Natur und kann auch während der Fastenzeit nicht unterdrückt werden.