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Warum essen wir Martinsgans?

Veröffentlicht von Admin am 12.11.2008

Kross gebraten, serviert mit Rotkohl, Klößen und deftiger brauner Bratensoße: so wird die Martinsgans bei uns am liebsten gegessen. Dass es den gefiederten Tieren am 11. November traditionell an den Kragen geht, ist allseits bekannt. Aber, was steckt eigentlich hinter dem kulinarischen St. Martins-Brauch?

St. Martin ist als barmherziger römischer Soldat, der seinen warmen Mantel mit einem armen Bettler teilte in die Geschichte eingegangen. Eine Theorie besagt, das jährliche Martinsgans-Essen beruhe auf einer weiteren Legende über das Leben des Ehrenmannes. So soll sich Martin von Tours an dem Tag als er zum Bischof geweiht werden sollte, bescheiden wie er war, in einem Gänsestall versteckt haben. Die Tiere schnatterten jedoch so aufgeregt, dass Martin gefunden wurde und zum Bischof geweiht werden konnte.

Ein Racheakt an den schnatternden Tieren? – Völliger Blödsinn, argumentieren andere. Der Brauch sei vielmehr mit der Lebensweise der Bauern und den religiösen Traditionen des Mittelalters verflochten. Denn auf den 11. November fiel damals jener Termin, an dem die bäuerlichen Pachtzahlungen fällig wurden und nicht selten wurde diese als Geldersatz in Form einer Gans bezahlt. Außerdem beginnt am 11.11. die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit und damit eine Phase, in der fettes Essen tabu ist.

Eine geeignete Diät-Mahlzeit ist die Gans mit ihrem kalorienreichen Fleisch tatsächlich nicht, aber schließlich findet das traditionelle Martinsgans-Essen ja auch nur einmal im Jahr statt.

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